Iwona Dadej

Beruf und Berufung transnational

Deutsche und polnische Akademikerinnen in der Zwischenkriegszeit

Einzelveröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts Warschau 38
--- S.
ISBN 978-3-944870-65-6
erscheint 2019


39,80 €
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Beschreibung

 

Frauen konnten seit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert nach und nach im Deutschen Reich und im polnischen Galizien formal anerkannte akademische Abschlüsse erwerben. Doch auch in der Weimarer Republik und in der Zweiten Polnischen Republik war der Prozess einer Gleichstellung im akademischen Bereich noch nicht abgeschlossen.


Im Fokus der Arbeit stehen die mehrdimensionalen, sich gegenseitig ergänzenden Handlungsräume von Akademikerinnen und ihre Kämpfe um Anerkennung und Gleichstellung in der Zwischenkriegszeit. Dazu gehörten nationale Vereine wie der Deutsche Akademikerinnenbund und der Polnische Verein von Frauen mit Hochschulbildung, aber auch die International Federation of University Women sowie weitere transnationale Netzwerke.


Die Studie behandelt u. a. exemplarisch die Gruppe der ersten deutschen und polnischen Juristinnen, deren berufliche Möglichkeiten und organisatorische Aktivitäten ein besonders aufschlussreiches Beispiel darstellen: Hier geht es um den Kampf um Zulassung zum Studium und später zu den juristischen Berufen, die Berufsorganisationen der Juristinnen sowie ihre Bedeutung für den Kampf um Gleichstellung und Frauenrechte allgemein.


Aufbauend auf den jeweiligen nationalen Strukturen analysiert die Arbeit (trans)nationale Aktivitäten von Akademikerinnen und zeigt, wie dynamisch deren grenzüberschreitende personelle und professionelle Interaktionen verliefen. Sie dienten einem zentralen Anliegen: Frauen wollten in wissenschaftlichen und politischen Strukturen aufsteigen und nicht zuletzt auch die Verständigung unter den Nationen fördern. Die Akademikerinnen der Zwischenkriegszeit vertraten professionell ihre Interessen, betrieben Bildungsdiplomatie sowie geschlechterspezifische Wissenschaftspolitik und gehörten damit zur Avantgarde des politischen und zivilgesellschaftlichen Lebens.

 

 

IWONA DADEJ studierte Geschichte an der Jagiellonen-Universität in Krakau sowie in Freiburg i. Br. und ist z. Z. wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Institut der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau. Das vorliegende Buch geht auf ihre 2015 an der Freien Universität Berlin vorgelegte Dissertation zurück.