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Isabel Röskau-Rydel

Deutsche in der Region Krakau 1939–1945

Minderheit, Volksgemeinschaft, Besatzer

Polono-Germanica 11
xxx S.
ISBN 978-3-944870-67-0
erscheint Ende 2019


48,00 €
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Beschreibung

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

Leseprobe

 

Nach der Gründung des sog. Generalgouvernements für die besetzten polnischen Gebiete widmeten die deutschen Besatzungsbehörden den ansässigen Deutschen polnischer Staatsangehörigkeit besondere Aufmerksamkeit, die in der Zwischenkriegszeit als „deutsche Minderheit“ und nach der Besetzung Polens trotz großer Diversität als „Volksdeutsche“ bezeichnet wurden. Um diese imaginierte Gruppe auf die „nationalsozialistische Volksgemeinschaft“ einzuschwören, verfolgten die NS-Behörden eine Politik der Privilegierung, Überwachung und Indoktrination verfolgt, welche die Bindung an das Besatzungsregime sicherstellen und unterstützen sollte.


Die Monographie beruht auf umfangreichen Quellenstudien in deutschen und polnischen Archiven. Sie behandelt am Beispiel der Hauptstadt Krakau und ihrer Region die Bevölkerungspolitik sowie die NS-Kultur- und Kirchenpolitik. Dargestellt wird erstmals, welches Netz deutscher Organisationen und Institutionen in der Besatzungszeit für die privilegierte deutsche Bevölkerung geschaffen wurde, wie dieses Netz wirkte und auf welche Propagandamittel man zurückgriff, um die im Generalgouvernement lebenden Deutschen von der vermeintlichen Notwendigkeit einer rücksichtslosen Separierung und Ungleichbehandlung der einzelnen Bevölkerungsgruppen zu überzeugen. Die Vernichtungspolitik gegenüber den Juden und der Terror gegen die Polen sollten dabei durch eine vorgegaukelte Normalität im Alltag übertüncht werden.

 

 

ISABEL RÖSKAU-RYDEL, Professorin am Institut für Neuphilologie der Pädagogischen Universität in Krakau / Kraków, ist Verfasserin zahlreicher Artikel und Monographien zur deutsch-polnischen und deutsch-österreichischen Beziehungsgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Ihre 2011 auf Polnisch erschienene Habilitationsschrift wurde mit dem Henryk Wereszycki und Wacław Felczak-Preis der Polnischen Historischen Gesellschaft in Krakau ausgezeichnet und erschien 2015 auf Deutsch unter dem Titel „Zwischen Akkulturation und Assimilation. Karrieren und Lebenswelten deutsch-österreichischer Beamtenfamilien in Galizien (1772‒1918)“.