Stephan Lehnstaedt

Imperiale Polenpolitik
in den Weltkriegen

Eine vergleichende Studie zu den Mittelmächten und zu NS-Deutschland

Einzelveröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts Warschau 36
--- S.
ISBN 978-3-944870-57-1
erscheint 2. Quartal 2017

Beschreibung

 

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War die deutsche Vernichtungspolitik des Zweiten Weltkriegs schon im Ersten vorgezeichnet? Wie sehr glichen sich die Besatzungen in Polen der Jahre 1914–1918 und 1939–1945? Diese vergleichende Studie untersucht und vergleicht anhand umfassender Quellenstudien die Politik von drei Imperien – der Habsburgermonarchie, dem Hohenzollernreich und dem nationalsozialistischen Deutschland – für das besetzte Polen in beiden Weltkriegen.

Damit beantwortet das Buch Fragen nach Kontinuitäten und Brüchen imperialer Herrschaft im Osten. Die Studie bezieht erstmals Österreich-Ungarn in den Vergleich mit ein und berücksichtigt auch die Fremdherrschaft, wie sie die beiden Kaiserreiche in Osteuropa schon vor 1914 ausübten. Der Fokus richtet sich auf das in Militärgeneralgouvernement Lublin und Generalgouvernement Warschau geteilte Russisch-Polen zwischen 1914 und 1918 sowie das Generalgouvernement Polen von 1939 bis 1945.

Aufgezeigt werden gleiche und unterschiedliche Prinzipien der „Polenpolitik“ in den drei Generalgouvernements. Dafür wird das Spannungsverhältnis zwischen langfristigen Herrschaftszielen und kurzfristigen – tatsächlichen wie angenommenen – Kriegsnotwendigkeiten in den Blick genommen. Der Schwerpunkt liegt auf den Strategien der zwei konkurrierenden und zugleich verbündeten Kaiserreiche im Ersten Weltkrieg, auf den Ursachen von Politik sowie deren Umsetzung und Folgen.

 

STEPHAN LEHNSTAEDT, geb. 1980, Dr. phil. habil., ist Professor für Holocaust-Studien und Jüdische Studien am Touro College Berlin. 2010-2016 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut Warschau. Er publizierte zuletzt „Occupation in the East. The Daily Lives of German Occupiers in Warsaw and Minsk, 1939–1944“ (New York 2016) und „Der Kern des Holocaust. Bełżec, Sobibór, Treblinka und die Aktion Reinhardt“ (München 2017). In der Reihe „Einzelveröffentlichungen des DHI Warschau“ veröffentlichte er „Geschichte und Gesetzesauslegung. Zu Kontinuität und Wandel des bundesdeutschen Wiedergutmachungsdiskurses am Beispiel der Ghettorenten“ sowie – als Mitherausgeber – „Gewalt und Alltag im besetzten Polen 1939–1945“ und „Arbeit in den nationalsozialistischen Ghettos“.