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Stefan Dyroff

Erinnerungskultur im deutsch-polnischen Kontaktbereich

Bromberg und der Nordosten der Provinz Posen (Wojewodschaft Poznań) 1871-1939

Einzelveröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts Warschau 19
479 S.

ISBN 978-3-938400-20-3


35,00 €
Beschreibung

 

Inhaltsverzeichnis

 

Der Nordosten der preußischen Provinz Posen erlebte in den Jahren zwischen 1871 und 1939 in vielfacher Hinsicht einen Wandel. Das Gebiet um die Städte Bromberg (poln. Bydgoszcz) und Inowrazlaw (ab 1904 Hohensalza, poln. Inowrocław) erhielt im Zeitalter von Industrialisierung und Modernisierung ein neues Antlitz. Gleichzeitig wandelte sich die nationale Struktur der Bevölkerung. Der staatliche Übergang des Gebiets von Deutschland an Polen 1918/1920 machte aus den bis dahin dominierenden Deutschen eine nationale Minderheit, während die Polen zur Staatsnation wurden.

 

Vor diesem Hintergrund untersucht und beschreibt der Band, wie im Zuge der nationalen Bewusstseinswerdung am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einer Region im kulturellen Kontaktbereich von Deutschen und Polen die Erinnerung an vergangene und gegenwärtige Ereignisse konstruiert, gepflegt und wahrgenommen wurde.

 

Die beziehungsgeschichtliche Studie wirft einen vergleichenden Blick auf die nationalen Erinnerungskulturen sowie ihre spezifische regionale Ausprägung anhand einer von Deutschen und Polen im Untersuchungszeitraum gemeinsam bewohnten Region. Sie zeigt dabei beispielhaft die Entwicklung des deutschen und polnischen »lokalen« und »globalen« Nationalismus im Zeitraum zwischen der deutschen Reichsgründung 1871 und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September 1939. Gegenstand der kulturwissenschaftlichen Analysen sind unter anderem Institutionen der Wissensvermittlung, (historische) Schriften, das materielle und symbolische Kulturerbe sowie die Traditionspflege.

 

STEFAN DYROFF, geb. 1976, Dr. phil., Kulturwissenschaftler, ist wissenschaftlicher Assistent am Historischen Institut der Universität Bern. Das vorliegende Buch geht auf seine 2006 an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder vorgelegte Dissertation zurück.