Rafal
Zytyniec
Zwischen Verlust und Wiedergewinn
Ostpreußen als Erinnerungslandschaft der deutschen
und polnischen Literatur nach 1945
302 S., € 29,80
ISBN 978-3-938400-24-1
2007
(in Kooperation mit Wspólnota Kulturowa »Borussia«,
Allenstein/Olsztyn)
Auf der Grundlage der Konzeption vom »kulturellen Gedächtnis«
beschreibt und analysiert das Buch deutsche und polnische Konstruktionen
der Vergangenheit Ostpreußens bzw. Ermlands und Masurens
in der Literatur. Diese wird hier behandelt als Träger des
»kulturellen Gedächtnisses«: Auf der einen Seite
schreibt sie sich darin ein, auf der anderen Seite gestaltet sie
kollektive Erinnerung mit.
Gegenstand der Untersuchung des ersten, auf die deutsche Literatur
eingehenden Teils sind die Werke von Autoren aus dem Kreise der
Landsmannschaft Ostpreußen (vor allem Agnes Miegel) sowie
der so genannten »anderen Ostpreußen« (Manfred
Peter Hein, Johannes Bobrowski, Siegfried Lenz). Schließlich
erfolgt eine Analyse der Novelle »Im Krebsgang« von
Günter Grass sowie der deutschen Debatte um den Ort von »Flucht
und Vertreibung« in der deutschen kollektiven Erinnerung.
Der zweite Teil ist der polnischen Literatur gewidmet, die nach
1945 im Ermland und in Masuren als »Literatur der polnischen
West- und Nordgebiete« entstanden ist (Rezeption von Michal
Kajka, Eugeniusz Paukszta, Igor Newerly). Behandelt werden vor
allem die Zusammenhänge mit den Konventionen des sozialistischen
Realismus. Schließlich geht der Autor auf die Wandlungen
in der lokalen Identität nach 1989 am Beispiel der Literatur
aus dem Umfeld der Kulturvereinigung »Borussia« ein.
RAFAL ZYTYNIEC, geb. 1976, ist Kulturwissenschaftler. Das Buch
geht auf seine 2005 an der Europa-Universität Viadrina in
Frankfurt (Oder) vorgelegte Doktorarbeit zurück. |