Suche |
 |
|
| |
|
Aleksander Rowinski
Zygielbojms Reise
Eine Spurensuche
Aus dem Polnischen von Agnieszka Karas
369 S., zahlr. Abb., geb., € 29,80
ISBN 3-929759-80-2 (in Polen: ISBN 83-85049-77-0)
(in Kooperation mit dem Verlag Rój, Warschau)
2004
»Mit meinem Tod will ich den tiefsten Protest gegen die
Untätigkeit, mit der die Welt zuschaut und die Ausrottung
des jüdischen Volkes zuläßt, zum Ausdruck bringen...
wenn ich es während meines Lebens nicht geschafft habe, werde
ich vielleicht mit meinem Tod diejenigen aus der Gleichgültigkeit
herausreißen, die handeln könnten und sollten, um noch
jetzt, wohl im letzten Augenblick, diese Handvoll polnischer Juden,
die noch am Leben ist, vor der sicheren Ausrottung zu retten.«
Diese Worte stehen im Abschiedsbrief eines Mitglieds des Nationalrates
der Republik Polen – Szmul Zygielbojm, der sich angesichts
der Niederschlagung des Aufstandes im Warschauer Ghetto am 12.
Mai 1943 in London das Leben nahm.
Zygielbojm, geb. 1895, wuchs in der Armut einer großen
jüdischen Familie in der Umgebung Lublins auf. Schon mit
acht Jahren begann er zu arbeiten. Er wurde Politiker, ein Funktionär
der jüdischen sozialistischen Partei »Bund«.
Sie entsandte ihn im März 1942 aus dem New Yorker Exil als
jüdischen Vertreter in den Nationalrat der polnischen Exilregierung
nach London. Dort erreichten ihn die Informationen aus dem polnischen
Untergrund über den begonnenen Massenmord an den Juden. In
den letzten Monaten seines Lebens versuchte Zygielbojm, diese
Nachrichten in der freien Welt zu verbreiten sowie Öffentlichkeit
und Regierende aufzurütteln.
Der Reporter Aleksander Rowinski ist der Biographie Szmul Zygielbojms
schon seit Ende der 1970er Jahre auf der Spur. Er recherchierte
in Warschau, London, im Archiv des »Bund« in New York
und sprach mit vielen Zeitzeugen. Mit einem überlebenden
Bruder Zygielbojms bereiste er die Orte, an denen die Familie
gelebt hatte – es entsteht ein faszinierendes Bild jüdischen
Lebens in den Stetls Ostpolens zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Aber vor allem Szmul Zygielbojm selbst kommt zu Wort: er verfaßte
einen Fragment gebliebenen Bericht über seine Reise in die
freie Welt, eine kaum vorstellbare Reise: Im Januar 1940 aus dem
besetzten Warschau über Krakau nach Berlin, quer durch Nazi-Deutschland,
über Holland und Belgien. Dieser Bericht von Zygielbojms
Reise, vor allem im Hinblick auf die Eindrücke und Erlebnisse
bei seiner Fahrt durch Deutschland eine außergewöhnliche
historische Quelle, erscheint hier erstmals in deutscher Sprache.[Auszug
als PDF]
ALEKSANDER ROWINSKI, Reporter und Schriftsteller, ist Autor zahlreicher,
z.T. mit polnischen Literaturpreisen ausgezeichneter Bücher.
Er lebt in Warschau. |
|
Agnieszka Karas
Der Pole, der auch Deutscher war
Das geteilte Leben des Witold Hulewicz
151 S., geb., zahlr. Abb., € 19,50
ISBN 3-929759-88-8 (in Polen: ISBN 83-87990-26-4)
(in Kooperation mit Oficyna Literatów i Dziennikarzy »Pod
Wiatr«, Warschau)
2004
Als Witold Hulewicz (1895-1941) geboren wurde, gab es keinen
polnischen Staat. Er schrieb erste Gedichte in deutscher Uniform
an der Westfront des Ersten Weltkriegs – und las Rilke.
1918 kämpfte er um ein unabhängiges Polen. Er redigierte
die Zeitschrift der polnischen Expressionisten. Sein Briefwechsel
mit Rilke gilt als Schlüssel zu dessen Werk.
Hulewicz war ein Organisationstalent: Radioregisseur, Schriftsteller,
chronischer Vorsitzender, Beamter... Nachts übersetzte er
aus Rilkes Werk, schrieb einen Roman über Beethoven. 1939
gründete er im besetzten Warschau die erste Untergrundzeitschrift
– »Polen lebt«. Er wurde als Widerstandskämpfer
erschossen.
AGNIESZKA KARAS, geb. 1970 in Lublin, aufgewachsen in Warschau,
studierte Vergleichende Literaturwissenschaft in Bonn. Sie arbeitet
für Theater sowie Film und lebt in Bonn. |
|
Jan M. Piskorski
/ Jörg Hackmann / Rudolf Jaworski (Hrsg.)
Deutsche Ostforschung und polnische Westforschung
im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik
Disziplinen im Vergleich
Mit einem Nachwort von Michael Burleigh
Deutsche Ostforschung und polnische Westforschung,
Band 1
307 S., geb., € 40,-
ISBN 3-929759-58-6 (in Polen: ISBN 83-7063-313-7)
(in Kooperation mit dem Verlag Poznanskie Towarzystwo Przyjaciól
Nauk, Posen / Poznan)
2002
Unter den Schlagworten »deutsche Ostforschung« und
»polska mysl zachodnia« (»polnische Westforschung«
bzw. »polnischer Westgedanke«) entstanden in Deutschland
und Polen nach dem Ersten Weltkrieg interdisziplinäre Forschungsrichtungen,
die durch das Spannungsfeld von wissenschaftlicher Modernisierung
und politischer Instrumentalisierung gekennzeichnet sind. Ihr
Interesse richtete sich auf die deutsch-polnischen Grenzgebiete
(manchmal in sehr breitem Sinne), deren Zugehörigkeit zu
Deutschland bzw. Polen die Wissenschaftler nachzuweisen versuchten.
Dieser Band führt Historiker, Archäologen, Kunsthistoriker,
Geographen, Soziologen, Sprachwissenschaftler und Ethnologen aus
Deutschland und Polen zusammen, die die Auswirkungen dieser Konfliktlage
auf ihre Wissenschaftsdisziplinen untersuchen. Im Mittelpunkt
der Betrachtungen stehen die Zwischenkriegszeit, der Zweite Weltkrieg
und die Jahre direkt danach, darüber hinaus wird auch nach
den Kontinuitäten über die Zäsur von 1945 gefragt.
Aus dem Inhalt:
Rudolf Jaworski: Deutsche Ostforschung und polnische Westforschung
in ihren historisch-politischen Bezügen
Jörg Hackmann: Deutsche Ostforschung und Geschichtswissenschaft
Grzegorz Strauchold: Der Westgedanke in der polnischen Geschichtswissenschaft
nach 1945
Michael Müller-Witte: Deutsche Ostforschung und Archäologie
Zofia Kurnatowska und Stanislaw Kurnatowski: Der Einfluss nationalistischer
Ideen auf die mitteleuropäische Urgeschichtsforschung
Tadeusz Lewaszkiewicz: Der polnische Westgedanke und die Sprachwissenschaft
Beate Störtkuhl: Deutsche Ostforschung und Kunstgeschichte
Adam S. Labuda: Polnische Kunstgeschichtsschreibung und die »Wiedergewonnenen
Gebiete«
Carsten Klingemann: Ostforschung und Soziologie während des
Nationalsozialismus
Marek Prawda: Der polnische Westgedanke und die Soziologie
Michael Fahlbusch: Deutsche Ostforschung und Geographie seit 1918
Bronislaw Kortus: Der polnische Westgedanke und die Geographie
Wilhelm Fielitz: Deutsche Ostforschung und Volkskunde am Beispiel
volkskundlicher Forschungen in Wolhynien
JAN M. PISKORSKI ist Professor für vergleichende Geschichte
Europas an der Universität Stettin/Szczecin und Chefredakteur
des Posener Verlags PTPN; er lebt in Posen.
RUDOLF JAWORSKI ist Professor für osteuropäische Geschichte
an der Universität Kiel.
JÖRG HACKMANN ist Assistent für osteuropäische
Geschichte an der Universität Greifswald. |
|
Arno Holz
Schönes, grünes, weiches Gras
/ Trawa zielona, miekka, cudna
Gedichte aus »Phantasus« und »Buch der Zeit«
in deutscher Urfassung und polnischer Übersetzung
Übersetzungen aus dem Deutschen: Andrzej Kopacki Redaktion,
Gedichtauswahl, Begleittexte: Dietmar Pertsch
160 S., geb., € 19,50
ISBN 3-929759-74-8 (in Polen: ISBN 83-915690-7-1)
(in Kooperation mit Wspolnota Kulturowa »Borussia«,
Allenstein / Olsztyn)
2002
Der Dichter und Schriftsteller Arno Holz, geboren 1863 in Rastenburg/Ostpreußen
(heute Ketrzyn) gehört zu den Pionieren des Naturalismus.
Zu seinen Werken zählen Theaterstücke und Erzählun-gen,
vor allem aber Lyrik. 1886 erschien sein Lyrikband »Das
Buch der Zeit. Lieder eines Modernen«. Eines der darin enthaltenen
Gedichte trägt den Titel »Phantasus« –
der Beginn eines lebenslangen Arbeitsprozesses an diesem Zyklus,
der zwischen 1899 und 1925 in mehreren Ausgaben sowie auch als
Nachlaßfassung erschienen ist. Arno Holz ist im Oktober
1929 in Berlin gestorben. Seine Grabinschrift ein Zitat des letzten
Satzes aus dem »Phantasus« – lautet: »Mein
Staub verstob, wie ein Stern strahlt mein Gedächtnis«.
Die vorliegende Ausgabe, eine Auswahl von Gedichten aus »Buch
der Zeit« und »Phantasus« in deutscher und polnischer
Sprache, wurde von der Kulturgemeinschaft »Borussia«
in Olsztyn/Allenstein und der Arno-Holz-Gesellschaft für
polnisch-deutsche Verständigung e.V. in Ketrzyn/Ratsenburg
herausgegeben. Das Erscheinen des Bandes ist durch Spenden von
Mitgliedern und Freunden der Arno-Holz-Gesellschaft ermöglicht
worden. |
|
Ende und
Anfang
Danzig 1945-1955
Album mit 439 z.T. großformatigen Schwarzweißfotos
Auswahl und Bearbeitung Stefan Figlarowicz, Aniela Sliwka
Literarische Initiale Günter Grass, Vorwort Pawel Huelle
382 S.; Berichte, Dokumente, Bibliographie, Register;
€ 55,20
Verlag slowo/obraz terytoria, Gdansk/Danzig 2000
Das Album zeigt die fotografische Landschaft Danzigs und dokumentiert
die Geschichte der Stadt in den ersten Jahren nach dem Zweiten
Weltkrieg: Das Bild der Kriegszerstörungen und des Wiederaufbaus,
der Anfang neuer Gemeinschaft in einer Stadt, die von ihren alten
Einwohnern verlassen werden mußte, die Atmosphäre des
Alltags in den ersten Nachkriegsjahren, das private, gesellschaftliche
und politische Leben im nun polnischen Gdansk.
Die Aufnahmen stammen überwiegend aus Privatsammlungen und
Familienalben von Danzigern und anderen Personen, die in den Jahren
1945-1955 mit der Stadt verbunden waren. Im zweiten Teil des Albums
finden sich ergänzend dazu Berichte von Einwohnern Danzigs
aus der Nachkriegszeit sowie andere Dokumente wie Zeitungsartikel
und Ausschnitte aus Publikationen. |
| |
|