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Sophia Kemlein (Hrsg.)

Geschlecht und Nationalismus
in Mittel- und Osteuropa
1848–1918

Einzelveröffentlichungen des DHI Warschau 4
259 S.

10,00 €
Beschreibung

 

R e s t e x e m p l a r

 

»Ich bin national, weil ich deutsch bin« – in diesem Bekenntnis der Feministin und späteren Nationalistin Käthe Schirmacher bündeln sich die Fragen, denen die Autorinnen dieses Bandes nachgehen: Welchen Anteil haben Frauen an nationalen Bewegungen und welche Rollen werden Frauen und Männer in ihnen zugewiesen? Welche Weiblichkeits- und Männlichkeitsbilder verwenden nationale Bewegungen, welche Geschlechterordnungen nehmen sie vor? In welchem Verhältnis stehen die Frauenbewegungen zum Nationalismus? Und schließlich – verändern Kriege das Verhältnis der Geschlechter zueinander?

 

Russische, weißrussische, lettische, ukrainische, polnische und deutsche Fallbeispiele decken die vielschichtigen Verknüpfungen und Abhängigkeiten der beiden Identitätskonzepte Nation und Geschlecht auf. Die Beiträge eröffnen der internationalen Debatte um Geschlecht und Nation Vergleichsmöglichkeiten zu Osteuropa. Gleichzeitig lassen sie erkennen, wie sich die Wissenschaftlerinnen in Ost und West heute als Frauen und als Angehörige nationaler Gemeinschaften verorten.

 

Aus dem Inhalt:

I. Geschlechterordnung und Nationalismus in Osteuropa — Der Diskurs

Olga Zdravomyslova: Die »russische Idee« und der Gegensatz von Weiblichkeit und Männlichkeit im nationalen Selbstbild Russlands
Joanna Kurczewska: Der frühe polnische Nationalismus und die Frauenthematik
Irina Novikova: Brethren of Herrnhut and Sisters of Festival: Gendering the Nation in Latvia

II. Chancen und Grenzen weiblicher Emanzipation im Nationalismus

Johanna Gehmacher: Der andere Ort der Welt. Käthe Schirmachers Auto/Biographie der Nation
Bianka Pietrow-Ennker: Frau und Nation im geteilten Polen
Martha Bohachevsky-Chomiak: How real were nationalism and feminism in 19th century Galicia?
Mariana Sokolova: Nationalismus und Geschlecht. Das weißrussische Beispiel
Ekaterina N. Cimbaeva: Die russischen katholischen Frauen und die Herausbildung der nationalen Idee in Russland im 19. Jahrhundert

III. Geschlechter im Krieg

Marion Mienert: Krankenschwestern für das Vaterland. Krankenpflege im Krimkrieg und ihre Auswirkungen auf die »Frauenfrage« in Russland
Natali Stegmann: »Wie die Soldaten im Feld«: Der widersprüchliche Kampf polnischer Frauen für »Vaterland« und Frauenrechte im Ersten Weltkrieg
Anne Schmidt: »Kämpfende Männer — liebende Frauen«. Geschlechterstereotype auf deutschen Propagandaplakaten des Ersten Weltkrieges

 

SOPHIA KEMLEIN, geb. 1960, Osteuropahistorikerin, war von 1996–2001 wissenschaftliche Mitarbeiterin am DHI Warschau.