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Jürgen Hensel / Pia Nordblom (Hrsg.)
Hermann Rauschning
Materialien und Beiträge zu einer politischen Biographie

184 S., Abb., € 19,50
ISBN 3-929759-61-6
2003

Hermann Rauschning verließ früh seine prominente Position als erster nationalsozialistischer Senatspräsident der Freien Stadt Danzig und wurde als konservativer Emigrant zu einem entschiedenen Regimegegner. Seine Kritik am Nationalsozialismus veröffentlichte er in zwei berühmten Büchern: »Die Revolution des Nihilismus« und »Gespräche mit Hitler«. In der deutschen Geschichtswissenschaft gilt Rauschning dagegen noch als opportunistischer Altnazi.

Der vorliegende Sammelband stellt diese Sichtweise radikal in Frage. Mittels neu erschlossener Quellen werden im Rahmen eines internationalen Forschungsdiskurses wesentliche Aspekte von Rauschnings politischer Biographie ausgeleuchtet.

Am Beispiel Rauschnings fordern die Autorinnen und Autoren zum weiteren Nachdenken heraus, wie sich der Wandel politischer Einstellungen vollzieht und welche Konsequenzen seine angemessene Berücksichtigung für historisches Forschen und Urteilen nach sich zieht.

Aus dem Inhalt:
Pia Nordblom und Jürgen Hensel: Einführung
Karla Neschke: Der Musikwissenschaftler Hermann Rauschning
Dariusz Matelski: Hermann Rauschning in Posen 1920-1926
Grzegorz Berendt: Die Judenfrage in der Freien Stadt Danzig und die Rolle Hermann Rauschnings 1933-1934
Anthony Carty: Der Nihilismus-Begriff in Hermann Rauschnings »Die Revolution des Nihilismus«
Wolfram Ender: Rauschnings Kritik des Nationalsozialismus – typisch für das deutsche Bürgertum?
Jürgen Hensel: Hermann Rauschnings politisches Itinerar vom Juli 1935 bis zum Mai 1940. Versuch einer Rekonstruktion
Pia Nordblom: Wider die These von der bewussten Fälschung. Bemerkungen zu den »Gesprächen mit Hitler«

JÜRGEN HENSEL, Dr. phil., geb. 1939, Historiker, ist Vorsitzender der Wissenschaftlichen Abteilung des Jüdischen Historischen Instituts in Warschau. Arbeitsschwerpunkte: religiöse und ethnische Minderheiten in (Kongreß-) Polen im 19. und 20. Jh., Geschichte des Warschauer Ghettos 1939-1943.

PIA NORDBLOM, Dr. phil., geb. 1961, ist Historikerin an der Universität Mainz. Arbeitsschwerpunkte: deutsch-polnische Beziehungen im 20. Jh., Geschichte der deutschen Minderheit in Polen, politisches Widerstandsrecht im 19 Jh. in Deutschland.

Der Band ist ein Nachdruck der Ausgabe, die 2002 als Band 6 in der von der Erich-Brost-Stiftung in der Friedrich-Ebert-Stiftung herausgegebenen Reihe »Brostiana« in Warschau erschienen ist.

 


Maciej Rybinski / Hubert Wohlan (Hrsg.)
Die Deutschen, meine Nachbarn / Niemiec mój sasiad
Ein Wettbewerb der Deutschen Welle – DW-Radio/Polnische Redaktion – und der Tageszeitung »Rzeczpospolita« / Konkurs »Rzeczpospolitej« i Redakcji Polskiej rozglosni Deutsche Welle

Zweisprachig deutsch/polnisch
Aus dem Polnischen übersetzt von Friedrich Griese

204 S., € 14,80
ISBN 3-929759-70-5
2002

Wie sehen die Polen zehn Jahre nach dem deutsch-polnischen Vertrag die Deutschen, was denken sie über ihre Nachbarn? Diese Fragen waren Thema eines Wettbewerbs, den die polnische Redaktion der Deutschen Welle und die Tageszeitung »Rzeczpospolita« in Polen ausgeschrieben haben. Der vorliegende Band versammelt eine Auswahl der über 350 eingegangenen Arbeiten.

Die Beiträge zeigen, daß der Zweite Weltkrieg und die deutsche Besatzung noch immer wichtige Bezugspunkte in Polen sind, auch der jüngeren Generation. Aber die Schatten der Vergangenheit verblassen, alte Doktrinen verschwinden, Vorurteile und Ressentiments verlieren an Bedeutung. Persönliche Kontakte und Begegnungen zwischen Polen und Deutschen wachsen, und mit ihnen die Erfahrung kultureller Gemeinsamkeit.

MACIEJ RYBINSKI war Korrespondent der »Rzeczpospolita« in Deutschland und ist jetzt in der politischen Redaktion der Zeitung in Warschau tätig.

HUBERT WOHLAN ist Leiter der Polnischen Redaktion der Deutschen Welle in Köln.

 


Karin Borck / Lothar Kölm (Hrsg.)
Gefangen in Sibirien
Tagebuch eines ostpreußischen Mädchens 1914–1920

276 S., Abb., Karte, € 25,-
ISBN 3-929759-67-5
2001

»In einem fast dreijährigen Zeitraum ist uns die Gelegenheit aufgedrungen, mit den Sibiriern in nähere Beziehung zu treten und deren Sitten und Gebräuche kennenzulernen«, schrieb die zwölfjährige Elisabeth Sczuka im März 1917 in ihr Tagebuch.

Anfang August 1914 war die Familie Sczuka in russische Kriegsgefangenschaft geraten. Sie teilten das Schicksal von über 11.000 ostpreußischen Zivilisten als »Kriegsgefangene ohne militärischen Rang«. Im September 1914 erfolgte ihre Deportation nach Sibirien, das sie erst 1920 verlassen konnten.

Elisabeth Sczuka schildert die Lebensumstände im Lager Krasnojarsk und an anderen Orten, beschreibt dieses Land, seine Menschen, ihr Leben. Das junge Mädchen vermittelt in seinem Tagebuch, einem einzigartigen Zeitdokument, eine Erkenntnis, die einfach erscheint, jedoch gerade im 20. Jahrhundert oft und grob mißachtet wurde: Eto ljudi kak i my – Das sind Menschen wie wir!

KARIN BORCK, Slawistin und Historikerin, lebt in Berlin.

LOTHAR KÖLM, Dr. phil., Historiker und Publizist, lebt in Berlin.

 


Handbuch Frankreich-Kontakte
Institutionen, Projekte, Initiativen in Deutschland und Frankreich

Redaktion: Birgitt Philips

93 S., € 19,-
ISBN 3-929759-65-9
2001

Die deutsch-französischen Beziehungen und Kontakte sind bunt und vielfältig. Das Handbuch Frankreich-Kontakte stellt entsprechende Institutionen, Projekte, Initiativen und Partnerschaften im Rahmen eines umfassenden Überblicks vor (Stand: Mitte 2001).

Angeführt sind Kontaktadressen von Institutionen sowohl in Deutschland als auch in Frankreich, die sich mit verschiedenen Aspekten der deutsch-französischen Beziehungen beschäftigen: staatliche und politische Einrichtungen, wirtschaftliche, kulturelle und wissenschaftliche Institutionen, Projekte und Partnerschaften. Die jeweiligen Schwerpunkte der inhaltlichen Arbeit und die laufenden bzw. geplanten Projekte werden in Kurzvorstellungen präsentiert, die auf den Angaben der Institutionen beruhen.

 


Lukas Galecki / Basil Kerski (Hrsg.)
Die polnische Emigration und Europa 1945–1990
Eine Bilanz des politischen Denkens und der Literatur Polens im Exil

269 S., € 19,50
ISBN 3-929759-60-8
2000

In der polnischen Literatur und im politischen Denken des 20. Jahrhunderts spielen die Schriftsteller und Publizisten des Exils wie Witold Gombrowicz, Czeslaw Milosz, Gustaw Herling-Grudzinski oder Slawomir Mrozek eine bedeutende Rolle. Besonders die Pariser Exilzeitschrift »Kultura« um Jerzy Giedroyc hat das politische Denken des Exils, aber auch der sich nach 1956 in Polen herausbildenden antikommunistischen Opposition wesentlich beeinflußt.

In Deutschland sind die oft weitsichtigen politischen Visionen des Exils – gerade auch im Hinblick auf die deutsch-polnischen Beziehungen – fast völlig unbekannt, und es fehlt an weitergehenden Untersuchungen zu den Werken der Exilschriftsteller. Der vorliegende Band unternimmt einen ersten Schritt, diese Lücke zu schließen.

Renommierte Literaturwissenschaftler, Historiker, Journalisten und Politikwissenschaftler aus Polen und Deutschland ziehen eine Bilanz der Literatur und des politischen Denkens Polens im Exil zwischen 1945 und 1990. Einige der Autoren – wie Jerzy Pomianowski, Leszek Szaruga oder Wlodzimierz Bolecki – haben selbst über viele Jahre mit Exilzeitschriften und Exilverlagen zusammengearbeitet.

LUKASZ GALECKI, geb. 1967, Theater- und Politikwissenschaftler, lebt in Warschau.

BASIL KERSKI, geb. 1969, Politikwissenschaftler und Journalist, ist Chefredakteur des Deutsch-Polnischen Magazins DIALOG und Geschäftsführer der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bundesverband e.V., deren Buchreihe »Veröffentlichungen der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bundesverband e.V.« im fibre Verlag erscheint.

 


Markus Krzoska / Peter Tokarski (Hrsg.)
Die Geschichte Polens und Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert
Ausgewählte Beiträge

Veröffentlichungen der Deutsch-Polnischen Historischen Gesellschaft 1

200 S., € 18,50
ISBN 3-929759-32-2
1998

In den letzten Jahren hat sich ein lebhafter Fachdialog zwischen deutschen und polnischen Historikern entwickelt – jenseits von nationalen Sichtweisen und Stereotypen, wie sie auch in der Wissenschaft lange im deutsch-polnischen Verhältnis vorherrschten. Der vorliegende Band mit neun ausgewählten Beiträgen jüngerer Historiker leistet einen Beitrag zu diesem Dialog.

Zum Inhalt:
Christoph Schröder: Karol Marcinkowski und das »Towarzystwo Naukowej Pomocy« in der polnischen Nationalbewegung im Posener Vormärz
Grzegorz Kucharczyk: Preußen, Rußland und die polnische Frage im politischen Denken von Constantin Frantz (1817-1891)
Roland Spickermann: Der Einfluß des nationalen Erwachens der Polen auf die deutsche Wahlpolitik im Regierungsbezirk Bromberg im späten Kaiserreich
Kai Struve: Soziale Emanzipation, nationale Integration und die »anderen«: Der deutsche Faktor in der Politik der polnischen Bauernbewegung vor dem Ersten Weltkrieg
Jens Boysen: Der Geist des Grenzlands. Ideologische Positionen deutscher und polnischer Meinungsführer in Posen und Westpreußen vor und nach dem Ersten Weltkrieg
Heidi Hein: Die Pilsudski-Feiern in der Kattowitzer Zeitung und dem Oberschlesischen Kurier. Ein Beitrag zum Pilsudski-Bild und zur Rezeption des Pilsudski-Kultes der deutschen Minderheit in der Wojewodschaft Schlesien (1926-1939)
Tomasz Kamusella: Das oberschlesische Kreol: Sprache und Nationalismus in Oberschlesien im 19. und 20. Jahrhundert
Georg Erdelbrock: Das Schicksal der bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes in das KZ Neuengamme und seine Außenlager deportierten Polinnen und Polen
Bernard Linek: Die Zwangsaussiedlung der deutschen Bevölkerung aus Oberschlesien in der Zeit vor den Potsdamer Beschlüssen

MARKUS KRZOSKA, Dr. phil., Historiker, lebt in Mainz.
In den Einzelveröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts Warschau ist sein Werk
-Für ein Polen an Oder und Ostsee- Zygmunt Wojciechowski (1900–1955) als Historiker und Publizist erschienen.

PETER TOKARSKI, Dr. phil, Historiker, ist DAAD-Lektor am Institut für Germanistik der Universität Warschau.

 

 
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