Jürgen
Haese
Verloren in Elblag
Autobiografischer Roman
edition zeitbrüche
206 S., 20 Abb., € 19,80
ISBN 978-3-938400-29-6
2007
Der behütete deutsche Beamtensohn Jürgen wird im
Januar 1945 in Elbing/Westpreußen zum schutzlosen Waisenkind.
Der 10-Jährige muss von einem Tag auf den anderen lernen,
in der von der Sowjetarmee eroberten, weitgehend zerstörten
Stadt allein zu überleben. Jürgen beißt sich
durch. Dann kommen die Polen, aus Elbing wird Elblag. Geschmeidig
passt er sich an. Aus Jürgen wird Jurek, ein Pole. Ein
Lehrerehepaar nimmt sich seiner an.
Er besucht nun die polnische Schule, wächst in eine neue
Ordnung hinein, gehört nicht länger zu den Besiegten,
die aus der Stadt ausgesiedelt werden. Aus dem verhätschelten
Einzelkind ist ein selbstbewusster Junge geworden.
Anfang 1948 steht seine Mutter – zurück aus Sibirien
– vor der Tür. Nach konfliktreichen Monaten muss
er seine neue Welt, die er geliebt und in der er zu sich selbst
gefunden hat, wieder verlassen. Er reist nach Deutschland, in
eine fremde, ungewisse Zukunft.
Als 70-Jähriger kehrt Jürgen noch einmal nach Elblag/Elbing
zurück. Er sucht nach seiner Stadt, sucht nach Spuren dessen,
was sich in seinem Gedächtnis als Erinnerungen eingebrannt
hat – wohl wissend, welch unzuverlässiges Material
Erinnerungen sind. Vieles in seinem Gedächtnisbild ist
unscharf, vieles passt nicht zusammen. Zeiten, Personen, Ereignisse
und Wertungen geraten durcheinander. Wo ist Wahrheit, fragt
er sich, und: welche Wahrheit sucht er?
JÜRGEN HAESE, Dr. phil., geb. 1934 in Elbing. Nach dem
Studium der Sozialphilosophie, Publizistik und Kunstgeschichte
an der Freien Universität Berlin arbeitete er als Autor
und Regisseur für Fernsehanstalten und öffentliche
Auftraggeber. Er spezialisierte sich auf politische Image- und
PR-Filme zur deutschen Frage und kulturhistorische Dokumentationen.
Seit 1999 ist Jürgen Haese freier Autor, Fotograf und Ausstellungsmacher.
Er lebt in Lübeck.
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