Basil
Kerski / Thomas Kycia / Robert Zurek
»Wir vergeben und bitten um
Vergebung«
Der Briefwechsel der polnischen und deutschen Bischöfe von
1965
und seine Wirkung
VERÖFFENTLICHUNGEN DER DEUTSCH-POLNISCHEN GESELLSCHAFT
BUNDESVERBAND E.V. 9
234 S., € 19,50
ISBN 3-938400-10-2
2006
Der Briefwechsel zwischen den polnischen und deutschen
katholischen Bischöfen von 1965 zählt zu den Meilensteinen
in dem Annäherungsprozess zwischen Deutschen und Polen. Besonders
das Schreiben der polnischen Bischöfe, in dem sie zwanzig
Jahre nach Kriegsende den deutschen Amtsbrüdern die Hand
gereicht haben, gilt heute als Modellbeispiel für mutige
Aussöhnungsinitiativen zur Überwindung von Barrieren
zwischen ehemals verfeindeten Nationen.
Auf dieses historische Ereignis geht das Buch
in einer Studie und im Rahmen von 12 Zeitzeugengesprächen
ein. Basil Kerski und Robert Zurek rekonstruieren die Entstehungsgeschichte
der Briefwechsels, zeigen seinen historischen Kontext und stellen
die Reaktionen auf diese Initiative vor. Ferner wird die Wirkungsgeschichte
des Briefwechsels dargestellt und nach der Bedeutung der Kontakte
zwischen den deutschen und den polnischen Katholiken für
den Prozess der Annäherung zwischen Deutschen und Polen gefragt.
Den Hauptteil dieses Buches bilden Gespräche,
die Thomas Kycia, Robert Zurek und Basil Kerski mit noch lebenden
Zeitzeugen des Briefwechsels geführt haben. Die Autoren haben
nicht nur prominente Amtsträger der katholischen Kirche befragt,
wie den Oppelner Erzbischof Alfons Nossol oder Bischof Josef Homeyer,
sondern auch Vertreter der polnischen und deutschen Laienbewegung,
unter anderem Bernhard Vogel, Tadeusz Mazowiecki und Wladyslaw
Bartoszewski. Die Bewertung des Briefwechsels und des Aussöhnungsprozesses
wurde um die Perspektive von nicht-katholischen Zeitzeugen, wie
Altbundespräsident Richard von Weizsäcker oder Mieczyslaw
Rakowski, dem ehemaligen Regierungschef der Volksrepublik Polen,
erweitert.
Das vorliegende Buch erschließt Fachleuten
neue Quellen und führt Leser, denen dieses Kapitel der deutsch-polnischen
Geschichte unbekannt geblieben ist, an das wichtige Thema heran.
BASIL KERSKI, Journalist, Chefredakteur des „Deutsch-Polnischen
Magazins DIALOG“.
THOMAS KYCIA, Journalist, freier Mitarbeiter des
ZDF und des RBB, arbeitete im ZDF-Studio Rom und war als Journalist
am Heiligen Stuhl akkreditiert; Autor zahlreicher Fernseh-, Funk-
und Pressebeiträge zu den deutsch-polnischen Beziehungen.
ROBERT ZUREK, Dr. phil, Historiker, veröffentlichte
mehrere Arbeiten zu den deutsch-polnischen Kirchenbeziehungen
im zwanzigsten Jahrhundert, darunter im Jahre 2005 das Buch „Zwischen
Nationalismus und Versöhnung. Die Kirchen und die deutsch-polnischen
Beziehungen 1945-1956“. |