Ralf
Meindl
Ostpreußens Gauleiter
Erich Koch – eine politische Biographie
EINZELVERÖFFENTLICHUNGEN DES DHI WARSCHAU 18
575 S., € 35,-
ISBN 978-3-938400-19-7
2007
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| Aus dem Inhalt |
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Erich Koch (1896-1986) war einer der bedeutendsten Paladine Hitlers.
Als Gauleiter von Ostpreußen führte er die NSDAP im mythenumwobenen
„Bollwerk des Deutschtums“ zu den reichsweit besten
Wahlergebnissen. 1933 zum Oberpräsidenten ernannt, regierte
er die Provinz wie ein „kleiner Gaukönig“ und trug
dabei maßgeblich zur Umwandlung des Weimarer Verfassungsstaates
in einen nationalsozialistischen „Maßnahmenstaat“
bei. Im Zweiten Weltkrieg war er als Verwaltungsführer in den
„eingegliederten“ polnischen Gebieten und als „Reichskommissar
für die Ukraine“ der größte Territorialherr
Hitlers. Seine brutale Besatzungspolitik, die Hunderttausende Opfer
forderte, prägte das Bild Erich Kochs in der Nachwelt ebenso
wie das Schicksal der ostpreußischen Bevölkerung in den
letzten Kriegswochen, für das der Gauleiter verantwortlich
gemacht wurde. 1950 wurde Koch an Polen ausgeliefert, 1958 vor Gericht
gestellt und zum Tode verurteilt, das Todesurteil schließlich
in lebenslange Haft umgewandelt. Erich Koch starb 1986 im Gefängnis.
Der Autor legt die erste Biographie des ostpreußischen
Gauleiters vor. Er beschreibt nicht nur die Entwicklung eines
protestantisch geprägten Arbeitersohns zum Politiker und
Massenmörder, sondern auch die Einbindung der Person Erich
Kochs in die Machtstrukturen des Nationalsozialismus. Koch wird
als prototypischer Gauleiter dargestellt, dem es aufgrund seines
politischen Geschicks und seiner Fähigkeit, die historischen
Gegebenheiten virtuos zum eigenen Vorteil auszunutzen, gelang,
eine weitaus mächtigere Stellung im „Dritten Reich“
zu erreichen als die meisten seiner Kollegen. An seiner Person
wird der Einfluss der zweiten Funktionärsebene hinter Hitler,
Himmler und Göring auf die Entwicklung des Nationalsozialismus
deutlich. Zugleich wird die Geschichte Ostpreußens und der
deutschen Besatzungspolitik im Osten aus einer bisher kaum beachteten
Perspektive geschildert.
RALF MEINDL, geb. 1971, hat in Freiburg Geschichte, Politik, Philosophie
und Soziologie studiert und sich 2006 mit dieser Arbeit promoviert.
Er lehrt Geschichte an der Universität Freiburg.
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