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Die "Volksdeutschen"Jerzy Kochanowski / Maike Sach (Hrsg.)
Die »Volksdeutschen« in Polen,
Frankreich, Ungarn und der Tschechoslowakei
Mythos und Realität

EINZELVERÖFFENTLICHUNGEN DES DHI WARSCHAU 12

431 S., € 35,-
ISBN 3-929759-84-5
2006

Der Begriff der »Volksdeutschen« gehört bis heute in Polen zu den am negativsten besetzten Begriffen im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg. Bis 1989 zählte dieses Problem zu den politischen Tabuthemen. Die seit den 1990er Jahren verstärkt einsetzende Forschung über die Geschichte der Deutschen in Polen hat gezeigt, wie komplex und vielschichtig das Problem ist und wie unterschiedlich die Erfahrungen der »ethnischen Deutschen« waren, besonders während des Krieges und unmittelbar nach seinem Ende.

Um Forschungslücken zu diesem Themenkomplex zu füllen, haben Historiker des DHI Warschau im April 2003 gemeinsam mit dem Haus für deutsch-polnische Zusammenarbeit in Gleiwitz eine internationale Konferenz über die Volksdeutschen organisiert, deren Ergebnisse im vorliegenden Band zusammengefasst sind. Dabei wurden Polen, die Tschechoslowakei und Frankreich als unmittelbare Nachbarn Deutschlands, die jeweils in Grenzstreitigkeiten verwickelt waren und gleichzeitig eine starke deutsche Minderheit aufwiesen, miteinander verglichen. Als sinnvolle Ergänzung erwiesen sich Studien aus Ungarn, der Ukraine, Rumänien und Serbien.

JERZY KOCHANOWSKI, Dr. hab., geb. 1960, Historiker an der Universität Warschau, war wissenschaftlicher Mitarbeiter am DHI Warschau. In unserer Reihe Klio in Polen ist sein Werk »In polnischer Gefangenschaft. Deutsche Kriegsgefangene in Polen 1945-1950« erschienen.

MAIKE SACH ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Historischen Institut Warschau.

 
  Aus dem Inhalt:

I. EINFÜHRUNG

Ingo Haar:
Vom „Volksgruppenparadigma“ bis zum „Recht auf Heimat“: Exklusion und Inklusion als Deutungsmuster in den Diskursen über Zwangsmigrationen vor und nach 1945

Gerhard Wolf:
Die deutschen Minderheiten in Polen als Instrument der expansiven Außenpolitik Berlins


II. DIE DEUTSCHEN MINDERHEITEN 1918-1939

Christiane Kohser-Spohn:
Die Vertreibung der Deutschen aus dem Elsass 1918

Winson W. Chu:
Metropole der Minderheit: Die Deutschen in Lodz und Mittelpolen, 1918-1939

Krisztián Ungváry:
Die in Frage gestellte Assimilation. Zur Genese der „Deutschtumsfrage“ in Ungarn in der Zwischenkriegszeit

Natalja Rublova:
Die Deutschen in der sowjetischen Ukraine (1933-1939)

Ota Konrád:
Die deutschen Hochschullehrer in Prag vor und nach 1938/39. Versuch einer Bestandsaufnahme


III. DIE KRIEGSJAHRE 1939-1945

Isabell Heinemann:
„Deutsches Blut“. Die Rasseexperten der SS und die Volksdeutschen

Rainer Schulze:
„Der Führer ruft!“ Zur Rückholung der Volksdeutschen aus dem Osten

Jean-Marc Dreyfus:
Germanisierungspolitik im Elsass, 1940-1945

Tatjana Tönsmeyer:
„Das verspätete Erwachen“ – Die Slowakeideutschen 1939-1945

Norbert Spannenberger:
Zwischen Hakenkreuz und Stephanskrone. Der Volksbund der Deutschen in Ungarn 1938-1944

Volker Zimmermann:
„Volksgenossen“ erster und zweiter Klasse? Reichs- und Sudetendeutsche in Böhmen und Mähren (1938-1945)

Ottmar Trasca:
Rumäniendeutsche in Wehrmacht und Waffen-SS, 1940-1944


IV. NACH 1945: KOLLEKTIVE VERANTWORTUNG, REHABILITIERUNG, AUSSIEDLUNG UND MYTHOS DER VOLKSDEUTSCHEN

Ágnes Tóth:
Die kollektive Schuld. Zum Vorgehen gegen die deutsche Minderheit in Ungarn 1945-1946

Jerzy Kochanowski:
Verräter oder Mitbürger? Staat und Gesellschaft in Polen zum Problem der „Volksdeutschen“ vor und nach 1945

Christof Morrissey:
Die Karpatendeutschen aus der Slowakei. Kollektive Erinnerung und Integration in der Bundesrepublik, 1945-1975

Eugeniusz Cezary Król:
Das Bild der ethnischen Deutschen im polnischen Film nach dem Zweiten Weltkrieg

Stefan Zwicker:
Zur Darstellung der Sudetendeutschen in Literatur, Publizistik und Film der Nachkriegszeit in der Tschechoslowakei und Deutschland


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