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Bogdan Musial (Hrsg.)
»Aktion Reinhardt«
Der Völkermord an den Juden im Generalgouvernement 1941–1944
EINZELVERÖFFENTLICHUNGEN DES DHI
WARSCHAU 10
454 S., € 29,80
ISBN 3-929759-83-7
2004
Der Band ist vergriffen!
Hier können Sie das Buch komplett oder einzelne Beiträge
als PDF-Dateien bestellen!
Etwa die Hälfte der 5
bis 6 Millionen Opfer des Holocaust waren polnische Juden. Alle
Vernichtungslager, in denen vor allem polnische, aber auch westeuropäische
Juden vergast wurden, befanden sich auf polnischem Territorium,
vier von ihnen im sog. Generalgouvernement: Treblinka, Majdanek,
Sobibór und Belzec. Allein im Rahmen der »Aktion
Reinhardt« (Deckname für den Mord an den Juden im
Generalgouvernement) wurden weit mehr als zwei Millionen Juden
ermordet.
In dem vorliegenden Sammelband, der auf eine Konferenz im November
2002 in Lublin zurückgeht, präsentieren Wissenschaftler
aus Polen, Deutschland, Israel, den USA und Kanada ihre neuesten
Forschungsergebnisse zum Thema. Dabei geht es um die Organisation
und Durchführung des Völkermordes in den einzelnen
Distrikten des Generalgouvernements und in den Vernichtungslagern,
aber auch um jüdischen Widerstand sowie das Verhältnis
zwischen Juden und Polen.
BOGDAN MUSIAL, Dr. phil., ist Historiker und war wissenschaftlicher
Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut Warschau.
Aus dem Inhalt:
Historiographie, Genese der »Aktion Reinhardt«
und Stellung des Distrikts Lublin im Holocaust
Dieter Pohl: Die »Aktion Reinhardt« im Licht der
Historiographie;
Bogdan Musial: Ursprünge der »Aktion Reinhardt«.
Planung des Massenmordes an den Juden im Generalgouvernement;
Dieter Pohl: Die Stellung des Distrikts Lublin in der »Endlösung
der Judenfrage«
Deportationen, Übergangsghettos und Vernichtungslager
Janina Kielbon: Judendeportationen in den Distrikt Lublin (1939-1943);
David Silberklang: Die Juden und die ersten Deportationen aus
dem Distrikt Lublin;
Jacek Andrzej Mlynarczyk: Organisation und Durchführung
der »Aktion Reinhardt« im Distrikt Radom;
Robert Kuwalek: Die Durchgangsghettos im Distrikt Lublin (u.a.
Izbica, Piaski, Rejowiec und Trawniki);
Tomasz Kranz: Das Konzentrationslager Majdanek und die »Aktion
Reinhardt«;
Jacek Andrzej Mlynarczyk: Treblinka - ein Todeslager der »Aktion
Reinhardt«;
Täter
Patricia Heberer: Eine Kontinuität der Tötungsoperationen.
T4-Täter und die »Aktion Reinhardt«;
Peter Black: Die Trawniki-Männer und die »Aktion
Reinhardt«;
Klaus-Michael Mallmann: »Mensch, ich feiere heut' den
tausendsten Genickschuß«. Die Sicherheitspolizei
und die Shoah in Westgalizien;
Der Völkermord und die Außenwelt
Gunnar S. Paulsson: Das Verhältnis zwischen Polen und Juden
im besetzten Warschau, 1940-1945;
Daniel Blatman: Reaktionen jüdischer Funktionäre und
Organisationen auf die Neuigkeiten aus Polen in den Jahren 1942/43;
Stephen Tyas: Der britische Nachrichtendienst: Entschlüsselte
Funkmeldungen aus dem Generalgouvernement. |
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Markus Krzoska
Für
ein Polen an Oder und Ostsee
Zygmunt Wojciechowski (1900–1955) als Historiker und Publizist
EINZELVERÖFFENTLICHUNGEN DES DHI WARSCHAU 8
482 S., Abb., € 35,-
ISBN 3-929759-49-7
2003
Zygmunt Wojciechowski (1900–1955) war eine
der zentralen Persönlichkeiten des polnischen wissenschaftlichen
und publizistischen Milieus in der ersten Hälfte des 20.
Jahrhunderts. Aufgewachsen in den polnischen Ostgebieten in
nationaldemokratischer Tradition wählte er in den 20er
Jahren Posen als Lebensmittelpunkt und entwickelte mit seinem
Konzept der »Mutterländer« Polens ein zentrales
politisches Modell des polnischen intellektuellen Diskurses.
Aufgrund der Entwicklungen während des Zweiten Weltkriegs
vollzog er eine politische Kehrtwende: er arbeitete mit den
Kommunisten zusammen, die seine politischen Vorstellungen von
den neuen Grenzen Polens im Westen teilten. Nach 1945 ermöglichten
sie ihm die Gründung des »Instytut Zachodni«
(West-Institut), das zur zentralen Einrichtung für antideutsche
Propaganda in der Volksrepublik Polen wurde.
Die vorliegende Arbeit zeigt die Vielfalt des Werkes Wojciechowskis,
seine historiographischen Wurzeln, seine Bedeutung als Mediävist
und Rechtshistoriker, untersucht aber auch die politische Publizistik
und seine Rolle im politischen Kräftefeld. Über das
Biographische hinaus entsteht somit das Porträt eines Intellektuellen,
der die verschiedenen Phasen polnischer Geschichte des frühen
20. Jahrhunderts quasi idealtypisch verkörpert. Zusätzlich
trägt das Buch zum Gesamtbild der polnischen »Westforschung«
— der Auseinandersetzung mit Deutschland — und der
Historiographie Polens insgesamt bei.
MARKUS KRZOSKA, geb. 1967, ist Historiker und Politikwissenschaftler.
Das vorliegende Buch geht auf seine 2001 an der Freien Universität
Berlin vorgelegte Doktorarbeit zurück. |
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Johanna
Gehmacher / Elizabeth Harvey / Sophia Kemlein (Hrsg.)
Zwischen Kriegen
Nationen, Nationalismen und Geschlechterverhältnisse
in Mittel- und Osteuropa 1918–1939
EINZELVERÖFFENTLICHUNGEN DES DHI WARSCHAU
7
327 S., € 29,80
ISBN 3-929759-48-9
2004
Die feministische Forschung hat
deutlich gemacht, wie produktiv eine Auseinandersetzung mit
den vielfachen Bezügen und Wechselwirkungen zwischen den
Identitätskonzepten »Nation« und »Geschlecht«
ist. Der Sammelband knüpft chronologisch wie thematisch
an die Publikation »Geschlecht und Nationalismus in Mittel-
und Osteuropa 1848-1918« an.
Im Mittelpunkt steht die Phase neuer (National-)Staatsgründungen
nach dem Ersten Weltkrieg, die für viele der nationalen
Bewegungen in Mittel- und Osteuropa die Erfüllung ihrer
Ziele bedeutete und zugleich neue Nationalismen und neue Nationalitätenkonflikte
hervorbrachte. Die Beiträge untersuchen zum einen, wie
Geschlechterverhältnisse in den neuen, nationalstaatlich
konstituierten politischen Einheiten ausgehandelt wurden. Zum
anderen werden Geschlechterbilder und geschlechtsspezifische
Erfahrungen in den Kontext von Nationalisierungsprozessen gestellt.
Die Autorinnen und Autoren machen anhand von
Fallbeispielen nicht nur Gemeinsamkeiten, sondern auch große
Differenzen innerhalb Osteuropas (auf das sich die Mehrheit
der Beiträge bezieht) sichtbar. Die internationale Debatte
um Nation und Geschlecht erhält damit für die Zwischenkriegszeit
vielfältige Vergleichsmöglichkeiten zu diesem Raum.
Aus dem Inhalt:
Johanna Gehmacher/Elizabeth Harvey/Sophia Kemlein: Einleitung
I.
Andrea Feldman: Yugoslavia Imagined. Women and the Ideology
of Yugoslavism (1918–1939)
Dobrochna Kalwa: Politische Emanzipation durch nationale Mobilisierung?
Bemerkungen zur Aktivität von Frauen im polnischen nationalen
Lager der Zweiten Republik
Claudia Kraft: Das Eherecht in der Zweiten Polnischen Republik
(1918–1939) und das gescheiterte Ideal gleichberechtigter
Staatsbürger
Dietlind Hüchtker: Der Blick von der Peripherie. Erinnerungen
an die polnische Frauenbewegung und die galizische Unabhängigkeitsbewegung
im geteilten Polen
Elena Gapova, The Woman Question and National Projects in Soviet
Byelorussia and Western Belarus, 1921–1939
Kerstin S. Jobst: Nationalitäten, Geschlecht und geographischer
Raum.
Anmerkungen zu dem »Sonderfall« Osteuropa.
II.
Elzbieta Ostrowska/Joanna Szwajcowska: Repräsentationen
der Mutter-Polin im polnischen Kino der Zwischenkriegszeit -
der Film Huragan (Orkan) von Józef Lejtes
Alicja Kusiak, Polin, Patriotin, Frau. Über die Konstruktion
von Weiblichkeit in Rekonstruktionen der Vergangenheit
Gertrud Pickhan: »Wo sind die Frauen?« Zur Diskussion
um Weiblichkeit, Männlichkeit und Jüdischkeit im Allgemeinen
Jüdischen Arbeiterbund (»Bund«) in Polen
Angela Koch: Von männlichen Tätern und weiblichen
Räumen. Geschlechtercodes in antipolnischen Diskursen in
Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg
Marike Werner: Welches Geschlecht hat die Nation? Antifeminismus
und Antipolonismus in deutschen Romanen nach 1918
Tatiana Osipovich: »The New Woman« in Early Soviet
Fiction: Bolshevik Ideology and Popular Mythology
Margaret McFadden: In/Outsider: Hella Wuolijoki's Identities
and Virginia Woolf's Three Guineas
Martin Schulze Wessel: »Der Priester soll Bürger
werden« - Priesterzölibat und bürgerliche Geschlechterordnung
in Böhmen bzw. der Tschechoslowakei
Ann-Catrin Östman: Finnish Citizens on Swedish Soil - Yeomanry,
Masculinity and the Position of the Swedish Minority in Finland
Elizabeth Harvey: National icons and visions of modernity: asserting
and debating gender identities in new national contexts.
Der Band enthält zusammenfassende Kommentare
zu den Themenblöcken von Kerstin S. Jobst, Bozena Choluj
und Elizabeth Harvey.
JOHANNA GEHMACHER, geb. 1962, ist a.o. Professorin
für Geschichte am Institut für Zeitgeschichte der
Universität Wien.
ELIZABETH HARVEY, geb. 1957, lehrt als Senior
Lecturer in History an der School of History der University
of Liverpool.
SOPHIA KEMLEIN, geb. 1960, ist Osteuropahistorikerin
und war von 1996-2001 wissenschaftliche Mitarbeiterin am DHI
Warschau. |
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 Ute Caumanns / Mathias Niendorf (Hrsg.)
Verschwörungstheorien:
Anthropologische Konstanten –
historische Varianten
EINZELVERÖFFENTLICHUNGEN DES DHI WARSCHAU 6
222 S., € 29,80
ISBN 3-929759-47-0
2001
Verschwörungstheorien sind überall.
Die Presse und das Internet wimmeln nur so von Spekulationen
über geheime Machenschaften und diabolische Pläne,
von 23 bis JFK. Für die Wissenschaft hingegen stellen
Verschwörungstheorien eine Herausforderung dar, die bisher
nur selten angenommen wurde. So banal die Aussagen –
die Jesuiten (oder Freimaurer oder Juden) streben die Weltherrschaft
an –, so kompliziert sind ihre Wirkungsmechanismen.
Verschwörungstheorien fordern zu umfassenden Fragestellungen
heraus: Was macht Menschen als Individuen wie als Angehörige
gesellschaftlicher Gruppen anfällig bzw. resistent? Sind
Verschwörungstheorien ein Kind der Moderne, virulent
in Zeiten zyklischer Krisen? Sind sie Kennzeichen aufgeklärter
Gesellschaften oder ein universales Prinzip in der Geschichte?
Solche Fragen gehören in das Arbeitsfeld von Historikerinnen
und Historikern, können von diesen allein aber nicht
beantwortet werden. Vertreter unterschiedlicher Disziplinen
waren es daher, die das DHI Warschau zu einer Tagung einlud,
deren Ergebnisse hiermit aufgedeckt werden.
UTE CAUMANNS und MATHIAS NIENDORF sind Historiker.
Sie waren als wissenschaftliche Mitarbeiter am Deutschen Historischen
Institut Warschau tätig.
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Klaus Ziemer / Wlodzimierz
Borodziej (Hrsg.)
Deutsch-polnische
Beziehungen 1939 – 1945 – 1949
Eine Einführung
EINZELVERÖFFENTLICHUNGEN DES DHI WARSCHAU 5
348 S., Karten, € 24,50
ISBN 3-929759-46-2
2000
Der Band ist vergriffen!
2., aktualisierte und erweiterte Auflage s. Einzelveröffentlichungen
des DHI Warschau, Band 14
Die Jahre
1939-1949, der Überfall auf Polen, die deutsche Vernichtungspolitik
im Zweiten Weltkrieg und die Vertreibung der deutschen Bevölkerung
nach dem Kriege bilden den Zeitraum, der die deutsch-polnischen
Beziehungen historisch am stärksten belastet. Zugleich
konnte dieser schwierige und vielfach traumatische Abschnitt
der Beziehungsgeschichte bis heute nicht gemeinsam behandelt
werden, da ideologische Verzerrungen in Polen wie in beiden
deutschen Staaten wesentliche kausale Zusammenhänge ausblendeten.
In der vorliegenden Darstellung wird anhand
systematischer Schwerpunkte wie Besatzungspolitik, Terror, Germanisierung,
Widerstand und Bevölkerungsverschiebungen der deutsch-polnische
Konflikt analysiert. Integrale Bestandteile der Untersuchungen
sind auch die Verfolgung der polnischen Juden und die Rückwirkungen
des Völkermords an den Juden auf die deutsch-polnischen
Beziehungen sowie die Auswirkungen der Jahre 1939-1949 auf die
deutsch-polnischen Beziehungen bis 1990.
WLODZIMIERZ BORODZIEJ, geb. 1956, seit 1996
Professor für Zeitgeschichte an der Universität Warschau,
Forschungsschwerpunkte: deutsch-polnische und internationale
Beziehungen, Geschichte des Zweiten Weltkriegs; Mitherausgeber
der Edition polnischer Akten zur Vertreibung der Deutschen.
KLAUS ZIEMER, geb. 1946, seit 1991 Professor
für Politikwissenschaft an der Universiät Trier; seit
1998 Direktor des Deutschen Historischen Instituts Warschau;
Forschungsschwerpunkte: Polnische Zeitgeschichte, deutsch-polnische
Beziehungen seit 1945, politischer Systemwandel in Osteuropa. |
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Sophia Kemlein
(Hrsg.)
Geschlecht und Nationalismus
in Mittel- und Osteuropa 1848–1918
EINZELVERÖFFENTLICHUNGEN
DES DHI WARSCHAU 4
259 S.,
Abb., € 29,80
ISBN 3-929759-45-4
2000
»Ich bin national, weil ich
deutsch bin« – in diesem Bekenntnis der Feministin
und späteren Nationalistin Käthe Schirmacher bündeln
sich die Fragen, denen die Autorinnen dieses Bandes nachgehen:
Welchen Anteil haben Frauen an nationalen Bewegungen und welche
Rollen werden Frauen und Männer in ihnen zugewiesen? Welche
Weiblichkeits- und Männlichkeitsbilder verwenden nationale
Bewegungen, welche Geschlechterordnungen nehmen sie vor? In
welchem Verhältnis stehen die Frauenbewegungen zum Nationalismus?
Und schließlich – verändern Kriege das Verhältnis
der Geschlechter zueinander?
Russische, weißrussische, lettische, ukrainische,
polnische und deutsche Fallbeispiele decken die vielschichtigen
Verknüpfungen und Abhängigkeiten der beiden Identitätskonzepte
Nation und Geschlecht auf. Die Beiträge eröffnen der
internationalen Debatte um Geschlecht und Nation Vergleichsmöglichkeiten
zu Osteuropa.
Gleichzeitig lassen sie erkennen, wie sich die Wissenschaftlerinnen
in Ost und West heute als Frauen und als Angehörige nationaler
Gemeinschaften verorten.
Aus dem Inhalt:
I. Geschlechterordnung und Nationalismus in Osteuropa —
Der Diskurs. Olga Zdravomyslova: Die »russische Idee«
und der Gegensatz von Weiblichkeit und Männlichkeit im
nationalen Selbstbild Russlands; Joanna Kurczewska: Der frühe
polnische Nationalismus und die Frauenthematik; Irina Novikova:
Brethren of Herrnhut and Sisters of Festival: Gendering the
Nation in Latvia.
II. Chancen und Grenzen weiblicher Emanzipation im Nationalismus.
Johanna Gehmacher: Der andere Ort der Welt. Käthe Schirmachers
Auto/Biographie der Nation; Bianka Pietrow-Ennker: Frau und
Nation im geteilten Polen; Martha Bohachevsky-Chomiak: How real
were nationalism and feminism in 19th century Galicia? Mariana
Sokolova: Nationalismus und Geschlecht. Das weißrussische
Beispiel; Ekaterina N. Cimbaeva: Die russischen katholischen
Frauen und die Herausbildung der nationalen Idee in Russland
im 19. Jahrhundert.
III. Geschlechter im Krieg. Marion Mienert: Krankenschwestern
für das Vaterland. Krankenpflege im Krimkrieg und ihre
Auswirkungen auf die »Frauenfrage« in Russland;
Natali Stegmann: »Wie die Soldaten im Feld«: Der
widersprüchliche Kampf polnischer Frauen für »Vaterland«
und Frauenrechte im Ersten Weltkrieg; Anne Schmidt: »Kämpfende
Männer — liebende Frauen«. Geschlechterstereotype
auf deutschen Propagandaplakaten des Ersten Weltkrieges.
SOPHIA KEMLEIN, geb. 1960, geb. 1960, ist Osteuropahistorikerin
und war von 1996-2001 wissenschaftliche Mitarbeiterin am DHI
Warschau. |
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Robert Traba (Hrsg.)
Selbstbewusstsein und Modernisierung
Sozialkultureller Wandel in Preußisch-Litauen vor und nach
dem Ersten Weltkrieg
EINZELVERÖFFENTLICHUNGEN DES DHI WARSCHAU 3
197 S., € 29,80
ISBN 3-929759-44-6
2000
Der Band behandelt die gesellschaftliche
Entwicklung eines heute nicht mehr existierenden und bereits
vergessenen Landes: »Preußisch–Litauen«
oder im litauischen Sprachgebrauch »Kleinlitauen«.
Er stellt einen Versuch dar, kulturelle und soziale Veränderungen
aus der Perspektive von Modernisierung und Entwicklung eines
gesellschaftlichen Selbstbewußtseins vor und nach dem
Ersten Weltkrieg zu veranschaulichen.
Folgende Fragen werden u.a. diskutiert: Wie
ist das Verhältnis zwischen Minderheit und Mehrheit vor
dem Hintergrund der Einigungspolitik eines Staates? Welche Formen
nimmt die Selbstverteidigung der Minderheit gegenüber dem
Staatsmonopol im Bereich von Kultur und Bildung an? Was sind
die Richtungen und Folgen der stattfindenden Akkulturationsprozesse?
Wo liegen die Schwerpunkte im kollektiven Bewußtsein der
Preußisch-Litauer?
Die Autoren der Beiträge sind neben deutschen
und litauischen Historikern auch eine Sprachwissenschaftlerin
und ein Anthropologe.
ROBERT TRABA, geb. 1958, Historiker an der Universität
Warschau, war wissenschaftlicher Mitarbeiter am DHI Warschau.
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Valentina Maria Stefanski
Zwangsarbeit in Leverkusen
Polnische Jugendliche im I.G. Farbenwerk
EINZELVERÖFFENTLICHUNGEN
DES DHI WARSCHAU 2
585 S.,
41 Abb., Karte, € 24,50
ISBN 3-929759-43-8
2000
Die Studie stützt sich gleichermaßen
auf das Werksarchiv der Bayer-AG wie auf Interviews mit über
50 Betroffenen in Polen. Entstanden ist eine facettenreiche
Untersuchung, die eine differenzierte Sicht auf das Problem
Zwangsarbeit eröffnet.
Es wird gezeigt, wie die jungen Polinnen und
Polen nach Leverkusen gelangten, auf welchen Arbeitsplätzen
sie zum Einsatz kamen, wie sie untergebracht, verpflegt und
medizinisch versorgt wurden. Breiten Raum nimmt die Frage ein,
wie sie von Vorgesetzten, den Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz
sowie von den Menschen in und um Leverkusen behandelt wurden.
Die ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter
erscheinen in der Darstellung nicht nur als Opfer, sondern auch
als handelnde Personen: Individuelle Strategien mußten
entwickelt werden, um sich in Leverkusen zurechtzufinden und
zu überleben.
VALENTINA MARIA STEFANSKI ist Soziologin und
Historikerin. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin am DHI
Warschau. |
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Jürgen Hensel
(Hrsg.)
Polen, Deutsche und Juden in Lodz
1820-1939
Eine schwierige Nachbarschaft
EINZELVERÖFFENTLICHUNGEN
DES DHI WARSCHAU 1
370 S.,
11 Abb., € 29,80
ISBN 3-929759-41-1
1999
Der Band ist vergriffen!
Das Lodzer
Industriezentrum, geprägt von den dort lebenden Polen,
Deutschen und Juden, bildete im 19. und frühen 20. Jahrhundert
ein einzigartiges Zeugnis für ein fruchtbares, wenn auch
nicht konfliktfreies Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen
auf engem Raum. Die Autoren des Bandes haben sich zum Ziel gesetzt,
die spezifische multiethnische Lodzer Gesellschaft in ihren
unterschiedlichen Aspekten in politischer, wirtschaftlicher
und kultureller Hinsicht auszuloten. Dabei behalten sie die
Entwicklung der Stadt von ihren Anfängen als Industriezentrum
zu Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum Untergang des multiethnischen
Lodz im Jahre 1939 im Blick.
Die Beiträge zu diesem Sammelband spiegeln
nicht nur den aktuellen Forschungsstand zu Fragen der multiethnischen
Stadtgeschichte von Lodz wider, sondern geben auch allen, die
sich mit der Stadt und ihrer Geschichte verbunden fühlen,
interessante und fundierte Einblicke in die Vergangenheit »ihres«
Lodz.
Aus dem Inhalt:
Teil 1: Die Stadt und ihre Bewohner (Sozial- und Berufsstruktur;
Entstehung und Entwicklung der Industriestadt Lodz; Deutsche,
Polen und Juden im Spiegel der deutschen Lodz-Historiographie);
Teil 2: Wirtschaft und Gesellschaft (Modernisierungsprozesse;
Verhältnis von Juden und Deutschen); Teil 3: Das politische
Leben (Lodzer Polen, Juden und Deutsche in der Revolution von
1905; Juden und Deutsche in der Stadtverwaltung 1917-1939; Juden
und Deutsche im Jahr 1933); Teil 4: Das Alltagsleben (Formen
kultureller Distanz; Antisemitismus; konfessionelle Koexistenz;
kommunale Kinderfürsorge); Teil 5: Kultur und Sport (die
polnisch-deutsch-jüdische Theaterlandschaft; Journalismus
und Journalisten; Lodzer Architektur; Körperkultur und
Sport).
JÜRGEN HENSEL, geb. 1939, Historiker, lebt
seit 1976 in Polen. Von 1993-1998 war er als wissenschaftlicher
Mitarbeiter am DHI Warschau tätig. Er arbeitet am Jüdischen
Historischen Institut in Warschau. |
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